
Rund 12.000 kosovarische Roma sind derzeit ausreisepflichtig, darunter 5.000 Kinder. Zwei Drittel dieser Kinder sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Die meisten Roma sind Anfang der 90er-Jahre aus dem Kosovo geflohen, als Jugoslawien in Bürgerkriegen zerfiel, weitere kamen infolge des Kosovo- Krieges von 1998/1999 nach Deutschland. Die deutsche Bundesregierung hat am 12. April 2010 ein Abkommen mit der kosovarischen Regierung unterzeichnet, das die Rückführung von ausreisepflichtigen Personen aus dem Kosovo regelt, dabei findet das Kindeswohl keinerlei Erwähnung.
Die Zukunft im Kosovo ist dabei alles andere als rosig: Laut Studie gibt es kaum Aussicht auf gesellschaftliche Integration, viele der Kinder sprechen weder serbisch noch albanisch und die Perspektive auf Bildung und medizinische Versorgung ist auch nicht gegeben. Jedes dritte Roma-Kind im Kosovo lebt zudem in extremer Armut.
Johannes Wedenig, Leiter des UNICEF Kosovo, sieht das ganz ähnlich: „Die Roma im Kosovo sind die ärmste Volksgruppe im ärmsten Land Südosteuropas. Zwei Drittel der Roma-Kinder leben dort in Armut, jedes dritte Kind hat nicht einmal ausreichend zu essen. Armut bedeutet soziales Abseits. Kinder, die in Deutschland aufgewachsen sind, können sich meist nicht verständigen und verlieren fast alle sozialen Kontakte. Ihr Zuhause ist für sie in Deutschland. Die Abschiebung raubt ihnen fast jede Chance auf eine bessere Zukunft. Viele Familien versuchen deshalb verzweifelt und um jeden Preis, nach Deutschland zurückzukehren.“
Die Flüchtlingsorganisation PRO ASYL startete deshalb eine Protestaktion an die Innenminister: „Keine Abschiebung ins Elend“, an der man sich unter www.proasyl.de beteiligen kann.
Die Studie zum herunterladen: UNICEF-Studie zur Situation von Flüchtlingskindern im Kosovo