Ausbeutung von Migranten und Leiharbeitnehmenden in Großbritannien

20.04.2010

In der fleischverarbeitenden Industrie in Großbritannien kommt es einer Untersuchung der Equality and Human Rights Comissission (EHRC) zufolge zu weitreichendem Missbrauch und der Ausbeutung von Migrantinnen und Migranten sowie Leiharbeitnehmenden. Betroffene berichten über physische und verbalen Missbrauch und dem Fehlen von Gesundheitsschutzmaßnahmen.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Europa:Integriert April 2010" entnommen.

So würden laufend Menschenrechte und Sicherheitsbestimmungen in dem Industriezweig, in dem ein Drittel der Stammbelegschaft und über zwei Drittel der Leiharbeitnehmer Migranten und Migrantinnen sind, unterlaufen.

Mehr als acht von zehn der 260 Arbeitnehmenden, die im Rahmen der Untersuchung befragt wurden, gaben an als Leiharbeitnehmende schlechter als direkt Beschäftigte behandelt wurden. Sieben von zehn Kolleginnen und Kollegen sahen sich aufgrund ihrer Herkunft oder Nationalität benachteiligt. Die Befragten berichteten von körperlichen und verbalen Misshandlung. So gab ein Fünftel der befragten Beschäftigten an, durch Vorgesetzte bedrängt, getreten oder mit Dingen beworfen worden zu sein. Schwangere Frauen wurden zur Weiterarbeit gezwungen und mit Kündigung gedroht.

Trotzdem ertrugen ein Drittel der Beschäftigten die Behandlung ohne zu klagen, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz hatten. Außerdem verfügten sie oft nur über wenig Wissen über ihre Rechte und Möglichkeiten von Beschwerden.

Als Ergebnis der Untersuchung wurde eine Reihe von Empfehlungen erarbeitet. Dazu gehören die Verbesserung der Prüfung von Lieferanten, verarbeitenden Unternehmen und Agenturen, die Überprüfung der Einstellungspraxis und dem Arbeitsumfeld.

Verwandtes

Schlagwörter

Pro-Qualifizierung ist Bestandteil von www.migration-online.de
Logo Spirito GmbH