
Gleichzeitig sind sinkende Beschäftigungsraten für Unqualifizierte zu erwarten. So verfügt jeder dritte EU-Europäer im erwerbstätigen Alter über einen niedrigen oder gar keinen Abschluss. Hierdurch steigt die Wahrscheinlichkeit der Arbeitslosigkeit gegenüber denjenigen mit mittleren Qualifikationen um 40 Prozent. In der gesamten EU beträgt die Beschäftigungsquote der Hochqualifizierten 84 Prozent, der Mittelqualifizierten 70 Prozent und der Geringqualifizierten 49 Prozent.
Betont wird in dem Bericht „New Skills for New Jobs: Action Now“ (Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen: Sofortige Maßnahmen), dass Weiterbildung nicht nur für Arbeitnehmer eine wichtige Aufgabe ist. So sei die Wahrscheinlichkeit des Konkurses für Unternehmen, die in Aus- und Weiterbildung ihrer Beschäftigten investieren, 2,5 mal kleiner ist als gegenüber Firmen, die dazu nicht bereit sind. Das Expertenkommitee, fürchtet aber dass in Zukunft der Anstieg von befristeter und Auftragsarbeit dazu führt, dass Arbeitgeber weniger in Ausbildung investieren.
Als Schlussfolgerung aus dem Bericht fordern die Sachverständigen, dass vorhandene Kompetenzen stärker genutzt werden. Insbesondere Migrantinnen und Migranten arbeiten oftmals unterhalb ihrer Qualifikationen. Notwendig sei eine klare Schaffung von Anerkennungsregeln für im Ausland erworbene Qualifikationen. Außerdem wurde ein Informationsaustausch über die in den verschiedenen EU-Ländern benötigte Fähigkeiten in den EU-Ländern, angeregt. Dieser solle in Überlegungen zur Einwanderungspolitik und Regelungen auf einzelstaatlicher Ebene einfließen.