Der Anlass der Veranstaltungen sowie der Woche der Weiterbildung ergibt sich aus der nach wie vor geringen Weiterbildungsbeteiligung von Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Ein Umstand der insbesondere hinsichtlich der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie struktureller und demographischer Veränderungen problematisch ist. Bedeutet doch die stetige Weiterbildung eines jeden einzelnen eine größere Chance der Teilhabe an Gesellschaft und Arbeitswelt. Aus diesem Grund fanden sich auf den Tagungen in Dortmund und Leipzig wichtige Weiterbildungsakteure zusammen, um sich detailliert mit der Thematik zu beschäftigen.
Sowohl die Teilnehmenden der Tagungen, als auch die Referentinnen und Referenten spiegelten die unterschiedlichen Bereiche wieder, in denen die Weiterbildung von Migrantinnen und Migranten als ein wichtiges Ziel auf der Agenda steht. Mit dabei waren Vertreter von Migrantenorganisationen, Handwerkskammern, Integrationsräten, Regionalagenturen, der öffentlichen Verwaltung, von Weiterbildungsinstitutionen, Ausländerbeiräten und von Gewerkschaften.
Ziel der Tagungen war es zum einen, den beteiligten Organisationen und Akteuren eine Möglichkeit zu geben, sich sowohl fachlich-theoretisch als auch im Besonderen praktisch auszutauschen. Zum anderen sollten durch die Beiträge der Referentinnen und Referenten grundlegende Informationen zur Weiterbildungssituation von Menschen mit Migrationshintergrund in den Regionen gegeben werden. An den Nachmittagen wurden anhand von Leitfragen Hindernisse und Möglichkeiten der Weiterbildungsbeteiligung von Migrantinnen und Migranten diskutiert. Dabei wurde der Blick vornehmlich auf die grundlegenden Fragen nach möglichen Zugängen zur Zielgruppe und einer adäquaten Ansprache, sowie auf ressourcen- und bedürfnisorientierte Weiterbildungsangebote gerichtet.
Im Ergebnis beider Tagungen betonten die Beteiligten den bedeutenden Mehrwert, der sich aus der Netzwerkarbeit ergebe. In dieser müsse eine enge Zusammenarbeit zwischen den etwaigen relevanten Bereichen gewährleistet sein. Dazu zählen Kooperationen mit den regionalen Migrantenorganisationen, Betrieben, Verbänden und Vereinen, aber eben auch den öffentlichen Stellen sowie den Argen und JobCentern. Hinsichtlich einer zielgruppenspezifischen Ansprache, waren sich die Teilnehmenden sowohl in Dortmund, als auch in Leipzig darüber einig, dass es keinen Weg vorbei an dem persönlichen Gespräch gebe. Die Gewinnung von Migrantinnen und Migranten für Weiterbildung funktioniere nur in der Kombination von guter Vernetzung und persönlicher Ansprache.
Deutlich wurde zudem die Wichtigkeit der Berücksichtigung von regionalen Spezifika, welche sich wiederrum aus der jeweiligen Migrationsgeschichte einer Region, einer Stadt oder eines Viertels ergebe. Dazu zähle aber auch eine Ausrichtung an den Bedürfnissen einzelner Migrantengruppen und an den individuellen Erfahrungen und Lebenswegen von Migrantinnen und Migranten. Dass sich aufgrund der unterschiedlichen Migrationsgeschichte in West- und Ostdeutschland Unterschiede in der alltäglichen Arbeit ergeben wurde auf der Tagung in Leipzig thematisiert. Dazu verwiesen die Teilnehmenden auf die noch auszubauenden Netzwerkstrukturen im Bereich der Integrationsarbeit.
Das Forum Weiterbildung erwies sich als nützliche Plattform für einen fruchtbaren Austausch zwischen den wichtigen Weiterbildungsakteuren in den Regionen. Dies ist insbesondere für die zukünftige Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Für die Menschen vor Ort, als auch für eine bundesweite Stärkung des Themas im Rahmen der Woche der Weiterbildung für, von und mit Menschen mit Migrationshintergrund. Denn auch in den kommenden Jahren gilt es, das gemeinsame Ziel, die Verbesserung der Weiterbildungssituation für Migrantinnen und Migranten in Deutschland, voranzutreiben.
Die nächsten Termine sind:
Regionaltagung Nord
10.09.2010 in Hannover
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Regionaltagung Süd
18.11.2010 in Stuttgart
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Vorbereitungstagung zur Woche der Weiterbildung 2011
21.10.2010 in Düsseldorf
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