Mehr Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst einstellen!

18.06.2010

In Düsseldorf diskutierten am 6. Mai Expertinnen und Experten aus der öffentlichen Verwaltung kreative Wege, wie der Migrantenanteil in der öffentlichen Verwaltung gesteigert werden kann.

Dabei ging es schwerpunktmäßig um die Gewinnung von Auszubildenden aber auch um die Voraussetzungen für Einstellungen – auch in Zeiten knapper Kassen. Deutlich wurde, dass neben verbesserter Werbung und expliziten Aufforderungen an Menschen mit Migrationshintergrund sich zu bewerben viele andere Instrumente zielführend sein können um das politische Ziel aus dem Nationalen Integrationsplan zu erfüllen. Dazu gehören zum Beispiel auch differenzierte Stellenausschreibungen: Kompetenzen sollten so spezifisch verlangt werden, wie es für ein Berufsbild nötig ist – nicht mehr und nicht weniger. Sprache sollte kein generelles Ausschlusskriterium sein. Eine Sprachförderung für Bewerberinnen und Bewerber mit schlechteren Deutschkenntnissen ist bereits im Bewerbungsprozess und/ oder der Ausbildungsvorbereitung zu berücksichtigen. Abgelehnte Bewerber sollten eine zweite Chance bekommen. Die gängige Praxis externe Personaldienstleister zur Auswahl zu beauftragen wurde kritisiert, da diese intransparent und nicht immer kultur- und sprachsensibel arbeiten. Auch die Forderung die interkulturelle Kompetenz zu einem festen Bestandteil der Auswahl zu machen wurde weiterverfolgt. Die Behördenmitarbeitenden – darunter auch Integrationsbeauftragte und Personalverantwortliche aus den Bereichen kleinere und große Kommunen, Landkreise, Polizei – stellten fest, dass sich das Bild von Menschen mit Migrationshintergrund von einer Problemgruppe hin zu einer Zielgruppe mit vielen Potenzialen entwickelt hat – mehr als man noch zu Beginn des Netzwerks vermuten konnte. Das Netzwerk öffentliche Verwaltungen und Betriebe im Rahmen des Interkulturellen Kompetenzzentraums von ProQualifizierung wird auch weiterhin Behörden dabei unterstützen, ihre Einstellungspolitik zu verbessern und so dem Ziel der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund näher kommen. Die öffentliche Finanzierung durch das Bundesministerium für Arbeit unterstützt diesen Prozess. Durch die Regionalisierung des Netzwerks (die Fachgespräche finden in unterschiedlichen Regionen statt) können Strategien landes- und bundesweit transferiert werden. Bei diesem Netzwerk waren Vertreterinnen und Vertreter aus dem gesamten Westdeutschen Raum aus mehreren Bundesländern vertreten.

Pro-Qualifizierung ist Bestandteil von www.migration-online.de
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