„Gemeinsam für Toleranz“: Kommentar von Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

01.08.2009

Kommentar von

Franz-Josef Möllenberg
Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration August 2009" entnommen.

Franz-Josef Möllenberg


In Deutschland werden Menschen zunehmend wegen Herkunft, Religion, Geschlecht oder sexueller Orientierung diskriminiert. Solche Diskriminierungen sind kein Randproblem. Sie sind weder jugendspezifisch noch regional auf Ostdeutschland begrenzt. In einer Migrationsgesellschaft wie der deutschen müssen die Menschen besonders tolerant miteinander umgehen. Rassistische Äußerungen und Gewalttaten, so genannte Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus haben hier nichts zu suchen.

Deshalb sind alle Demokratinnen und Demokraten aufgefordert, sich gegen jede Form von Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus wie gegen alle anderen Formen der Diskriminierung zu stellen. Politisch Verantwortliche und alle Bürgerinnen und Bürger müssen „Gesicht zeigen“ für mehr Demokratie und Toleranz in Deutschland und Europa.

Nicht nur Gesellschaften, auch Unternehmen werden immer internationaler. Kaum eine andere Branche ist so international wie das Gastgewerbe. Neben der kulinarischen Vielfalt prägen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Nationen das Bild von Hotellerie und Gastronomie in Deutschland. So liegt im Gastgewerbe der Anteil ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei rund 20 Prozent. Er ist somit gemessen an der Gesamtzahl der versicherungspflichtig Beschäftigten drei Mal höher als der Durchschnitt.

In unseren Betrieben arbeiten Menschen aus allen Ländern, unterschiedlicher Religionen, Frauen und Männer zusammen. Für eine solche Zusammenarbeit sind gegenseitiger Respekt und Toleranz notwendig. Auch in den Unternehmen der Ernährungswirtschaft und des Gastgewerbes haben Rassismus, Sexismus und andere Formen der Diskriminierung nichts zu suchen. Das respektvolle und friedliche Miteinander der Kulturen und Religionen ist ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Alltags.

Wir wollen das deutlich machen und haben deshalb mit der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuß (ANG) und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) die Initiative „Gemeinsam für Toleranz“ gegründet. Die Initiative ist das offene und gemeinsame Bekenntnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, dass Rechtsextremismus und Fundamentalismus in den Betrieben der Ernährungswirtschaft und des Gastgewerbes keinen Platz haben. Die Initiative zeigt, wie ein tolerantes Miteinander in der Arbeitswelt möglich ist. Denn wir leben und arbeiten in einer Gesellschaft.

Auf unserer Internetseite zur Initiative www.gemeinsam-fuer-toleranz-de halten wir für alle interessierten Mitglieder des DEHOGA, der ANG und der NGG vielfältige Informationsprodukte zur Kampagne und praktische Hilfestellungen für ein tolerantes Miteinander im Betrieb bereit.

Wir helfen Personalbüros und Betriebsräten mit unterschiedlichen Materialien, einem Leitfaden für Betriebsvereinbarungen und Best-Practice-Beispielen, vor Ort in den Betrieben an einem Klima der Toleranz zu arbeiten. Positiv sind auch Beispiele des Widerstands von Betriebsräten und Hoteliers, um geplante Veranstaltungen von Republikanern oder Rechtsextremen zu verhindern.

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