Studie - Temporäre Migration: Untersuchung des German Marshall Fund

01.08.2009

Der German Marshall Fund (GMF) untersucht in einer knappen Studie das Aufkommen neuer Programme für eine zeitlich begrenzte Arbeitsmarktmigration, insbesondere die Überlegungen der EU-Kommission für eine temporäre Migration, die auch in der wissenschaftlichen Community in den USA diskutiert werden.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration August 2009" entnommen.

Hintergrund bilden die Erfahrungen zum einen aus der deutschen Anwerbepolitik (sog. „Gastarbeiterprogramm“) 1955 bis 1973 und zum anderen aus dem Bracero-Programm, über das zwischen 1942 und 1964 über 4,5 Millionen mexikanische Arbeiter und Arbeiterinnen vor allem in der kalifornischen Landwirtschaft vorübergehend beschäftigt wurden. Nach dem Ende des Programms blieb die vorhergesagte Knappheit von Arbeitskräften in der Landwirtschaft aus – vor allem wegen der illegalen Einreise von Mexikanern, die von den Farmern durchaus unterstützt wurde.

Als zentrale Lehre der deutschen Anwerbepolitik nennt die Studie den Wunsch der Arbeitgeber eingearbeitete Leute behalten zu können und davon ausgehend die Tatsache, dass mit andauerndem Aufenthalt den Zugewanderten fundamentale Menschenrechte nicht verweigert werden konnten.

Das sind die Erfahrungen, die bei temporärer Migration beachtet werden müssen. Vor diesem Hintergrund stellt die Studie die Vorschläge der EU-Kommission vor und diskutiert sie. Stichworte sind unter anderem Brain Drain, Humankapitalentwicklung in den Aufnahmeländern und mögliche Chancen für die Entsendeländer.

Zum Download: Guest Worker Programs and Circular Migration: What Works? (Autoren: Friedrich Heckmann, Elmar Hönekopp, Edda Currle)

Verwandtes

Schlagwörter

Pro-Qualifizierung ist Bestandteil von www.migration-online.de
Logo Spirito GmbH