
Hintergrund bilden die Erfahrungen zum einen aus der deutschen Anwerbepolitik (sog. „Gastarbeiterprogramm“) 1955 bis 1973 und zum anderen aus dem Bracero-Programm, über das zwischen 1942 und 1964 über 4,5 Millionen mexikanische Arbeiter und Arbeiterinnen vor allem in der kalifornischen Landwirtschaft vorübergehend beschäftigt wurden. Nach dem Ende des Programms blieb die vorhergesagte Knappheit von Arbeitskräften in der Landwirtschaft aus – vor allem wegen der illegalen Einreise von Mexikanern, die von den Farmern durchaus unterstützt wurde.
Als zentrale Lehre der deutschen Anwerbepolitik nennt die Studie den Wunsch der Arbeitgeber eingearbeitete Leute behalten zu können und davon ausgehend die Tatsache, dass mit andauerndem Aufenthalt den Zugewanderten fundamentale Menschenrechte nicht verweigert werden konnten.
Das sind die Erfahrungen, die bei temporärer Migration beachtet werden müssen. Vor diesem Hintergrund stellt die Studie die Vorschläge der EU-Kommission vor und diskutiert sie. Stichworte sind unter anderem Brain Drain, Humankapitalentwicklung in den Aufnahmeländern und mögliche Chancen für die Entsendeländer.